Die Weinverkostung

„Ein Dichten ist auch das Weingenießen, nur dass die Verse nach innen fließen“

Wie geht man bei einer Weinprobe vor? Auf was muss ich achten?

Nur kein Stress, eine Weinverkostung soll in erster Linie Spaß machen, man muss dazu nicht erst das „Systematic Approach to Tasting“ (kurz SAT) auswendig lernen und beherrschen. Alles was wir an Werkzeugen brauchen, bringen wir selbst mit, nämlich unsere Sinnesorgane. Mit denen können wir uns an eine ganz einfache, sehr alte lateinische Spielregel halten:

C-O-S = Colore- Odore- Sapore

  • die Farbe des Weins begutachten
  • den Wein im Glas sanft rotieren lassen, damit sich die Blume entfalten kann
  • das Glas zur Nase führen: die Feinheit der Blume ist das Kennzeichen der Qualität
  • schließlich den Geschmack genießen und die Zunge urteilen lassen

Man lässt den Wein langsam über die Zunge rollen, kaut schlürft oder schmatzt, alles ist erlaubt, denn umso besser lassen sich die Geheimnisse der edlen Flüssigkeit ergründen. Erst jetzt rinnt der Wein die Kehle hinunter, dieser Teil der Weinprobe wird als Abgang bezeichnet. Ob man letzteren Punkt befolgt oder den Wein nach dem Berühren des Gaumens ausspucken möchte, ist jedem frei gestellt. Es ist keinesfalls verpönt, wenn man bei Weinproben einen klaren Kopf behalten möchte. Der Abgang des Weins klingt auch im Mund noch nach und kann so ebenfalls beurteilt werden.

Zum neutralisieren von Zunge und Gaumen, zwischen den verschiedenen Weinen, eignet sich eine Scheibe Weißbrot.

Um bei einer Weinprobe zu einer Steigerung der Genüsse geführt zu werden, sollte man sich an folgende Regeln halten:

  • Nach Farbe: Weißwein vor Rosé, Rosé vor Rotwein.
  • Nach Alter: Zuerst Weine aus jüngeren Jahrgängen, anschließend die älteren.
  • Nach Süße: Trocken vor halbtrocken und feinherb, halbtrocken und feinherb vor lieblich und süß

Das Vorgehen klingt wie eine feierliche Zeremonie? Ist es auch und man sollte sie genießen!

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