Geschichte

Die Weinbautradition in Rumänien ist rund 6000 Jahre alt, womit das heutige Rumänien zu einem der ältesten und traditionsreichsten Weinbauländern Europas zählt. Bereits der berühmte griechische Dichter Homer erwähnte die thrakischen Weine und auch der Geschichtsschreiber Herodot berichtet vom Weinbau an der Schwarzmeerküste. Archäologische Befunden zeigen, dass die Einwohner des heutigen Rumäniens vor 6000 Jahren die Technik der Weinerzeugung und Weinlagerung kannten.
Vom Mittelalter an waren es vor allem deutsche Siedler, die den Weinbau in dieser Region vorantrieben, ab dem 18. Jahrhundert kamen dann die Schwaben, die von Kaiserin Maria Theresia ins Land geholt wurden, hinzu.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es deutliche Einflüsse aus dem französischen Weinbau und seit dem Zerfall des Ostblocks gibt es immer mehr moderne Betriebe in privater Hand, die sich auf das Keltern von Wein konzentrieren.

Im Jahr 1972 wurden in Rumänien Richtlinien für den Weinbau erlassen, die erst auf Betreiben der EU verändert und dem geltenden Standard in den anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union, der Rumänien seit 2007 angehört, angepasst wurden.
Es gibt seither drei Qualitätsstufen für rumänische Weine: Vin de Masa (Tafelwein), Vin cu Indicatie Geografica (IGP) und Denumire de Origine Controlata (DOC).

Klima

Rumänien gehört prinzipiell zur gemäßigten Klimazone und liegt auf demselben Breitengrad wie Frankreich. Durch die natürliche Barriere der Karpaten unterscheiden sich die einzelnen Landesteile allerdings klimatisch voneinander. Siebenbürgen oder auch bekannt als Transsilvanien (westlich der Karpaten) ist vom maritimen Klima der atlantischen Winde geprägt. Die Karpaten verhindern jedoch, dass diese den Osten und Süden des Landes erreichen. In Moldau (östlich der Karpaten) herrscht kontinentales Klima. Diese Region ist kalten Luftströmen aus der Ukraine ausgesetzt. In der Walachei (südlich der Karpaten) existieren mediterrane Einflüsse.

Bepflanzung

Rumänien hat eine Anbaufläche von ca. 250.000 ha, davon sind 40% mit Rotwein- und & 60% mit Weißweinsorten bepflanzt.

Autochthone Rebsorten

Weißwein: Fetească Regală (königliche Mädchentraube), Fetească Albă (weiße Mädchentraube)

Rotwein: Fetească Neagră  (schwarze Mädchentraube)

Führende Rebsorten Rumäniens

Weißwein: Fetească Regală (königliche Mädchentraube), Fetească Albă (weiße Mädchentraube), Neuburger, Muskat- Ottonel, Chardonnay

Rotwein: Fetească Neagră (schwarze Mädchentraube), Merlot, Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah

Anbaugebiete

  • Moldau: Größtes Anbaugebiet in Rumänien mit einer Vielzahl an Weintypen und hohem Anteil trockener Weißweine. Der bekannteste Wein des Landes, „Grasa de Cotnari“ wird im Osten dieser Region bei Cotnari angebaut. Im Süden der Region liegen die Weinbaugebiete Panciu und Odobesti.
  • Walachei: – Große Walachei: vorwiegend Rotwein. Die besten Weinlagen liegen an den südlichen Ausläufern des Karpatenvorlandes. Große Weinbaugebiete sind in Dealu Mare, Târgoviște. (Kleine Walachei): interessante liebliche Rotweine und lieblich bis süße Weißweine. Weinbaugebiet: Drăgășani (im zentralöstlichen Teil der Kleinen Walachei).
  • Trassilvanien: In Rumäniens Zentrum liegen die kühleren Anbaubereiche. Aus dieser Region stammen die besten Weißweine mit fruchtig, mildem Aroma.
  • Banat: Vorwiegend kleine Anbauzonen zwischen der ungarischen Grenze und den Karpaten. Im Gebiet Minis entstehen die bekannten Rotweine Cabernet Sauvignon und Kadarka, in Teremia Mare und Recas vorwiedend Rotwein nach donauschwäbischer Tradition.
  • Dobrogea: Grenzgebiet zwischen Donau und Schwarzmeerküste. Bekannte rumänische Rot- und Weißweine wie Chardonnay und Muskateller, die oft bis zu zwei Jahren im Holzfass reifen. Weiß- und Rotwein mit dem bekannten Dessertwein Murfatlar. 
  • Crișana: Rot- und Weißwein. Weinbaugebiete: Minis und Pancota.
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